In Azul sind die Spieler Fliesenleger am portugiesischen Königshof. Reihum nimmt man alle Steine einer Farbe von einem der Manufaktur-Teller, der Rest wandert in die Tischmitte. Die gewählten Fliesen füllen die eigenen Musterreihen, und vollständige Reihen wandern auf die Wand, wo sie Punkte bringen – Nachbarschaften und Muster zählen extra.
Der Reiz liegt im Drafting: Jeder Zug nimmt den anderen etwas weg, und wer mehr Steine zieht, als er verbauen kann, kassiert Minuspunkte. So entsteht ständiges Abwägen zwischen Gier und Vorsicht, vorausschauender Planung und dem Blockieren der Gegner – anspruchsvoll, aber ohne jede Sprachbarriere und mit haptisch wunderbar griffigen Steinen.
Als Spiel des Jahres 2018 hat Azul Millionen begeistert. Es ist in zehn Minuten erklärt, in rund 40 Minuten gespielt und sieht auf dem Tisch hervorragend aus. Für Familien mit Kindern ab etwa acht Jahren, die einen Schritt über reine Glücksspiele hinaus machen wollen, ist es ein nahezu perfekter Einstieg in die moderne Strategie.



